Zanders Erzählungen

Eine kritische Analyse des Werkes
«Anthroposophie in Deutschland»

von Lorenzo Ravagli

 

Die vorliegende Arbeit stellt eine exemplarische Untersuchung der Zanderschen Hauptthesen dar.

Diese Hauptthesen lauten:

  • der Begründer der Anthroposophie war ein opportunistischer Eklektiker,

  • seine geistige Biografie ist von Brüchen gekennzeichnet, die er verschleierte,

  • er schöpfte den Inhalt der Anthroposophie in seinen wesentlichen Teilen aus der damals zugänglichen theosophischen Literatur,

  • dieser Inhalt ist letztlich inexistent,

  • die wesentlichen Antriebe in Steiners Leben waren Macht- und Geltungstrieb.

Zander versteht seine Arbeit als eine Zertrümmerung der Anthroposophie, insofern diese den Anspruch erhebt, eine wissenschaftliche Erkenntnis nichtsinnlicher Weltinhalte zu sein.
Die hier vorgelegte Untersuchung bedient sich derselben Methoden, die Zander anwendet. Sie geht nicht von einem Standpunkt aus, der die Akzeptanz irgendeines Dogmas voraussetzt. Sie prüft, ob Zander seinen eigenen wissenschaftsmethodischen Ansprüchen genügt und kommt zu einem negativen Ergebnis: Zander vermag keine seiner Hauptthesen stichhaltig zu begründen. Stattdessen sind sie zum größten Teil auf Vermutungen gestützt. Seine Arbeit sucht erfolglos nach Quellen für ein Werk, das für ihn ohne diese nicht erklärbar ist. Die vorgebliche Zertrümmerung der Anthroposophie erweist sich bei genauerem Hinsehen als eine Zertrümmerung des Zertrümmerers.

Dass Lorenzo Ravagli eine eingehende Studie zu Zanders Werk vorlegt, hat er zunächst wahrlich nicht aus Begeisterung getan. Aber sein Anspruch an wissenschaftliche Redlichkeit war bei der Lektüre dermaßen strapaziert und herausgefordert worden, dass er wichtige andere Arbeiten zurückstellte, letztlich mit dem Ziel, für den wissenschaftlichen Diskurs zu retten, was noch zu retten ist. ... Der Autor der hier vorliegenden Studie beweist ein Stück Mut, ohne den keine Wissenschaft auskommt.

Prof. Dr. Walter Kugler, Oxford Brookes University